Blackout Poetry, auch bekannt als
Blackout Poesie,
Found Poetry oder
Visuelle Poesie, sollte jeder und jede mal ausprobiert haben und genau deshalb möchte ich dir heute hier einen
ausführlichen Einblick
geben. Egal, ob du auf der Suche nach Schreibinspirationen für dich
bist, nach einer
kreativen Beschäftigung mit deinen Kindern
suchst, oder als
Lehrperson auf der Suche nach einer
spannenden Schreibübung für den Unterricht
bist – lies hier unbedingt weiter und ich zeige dir die Welt der Visuellen Gedichte:
Blackout Poetry ist eine Form der
visuellen und literarischen Kunst, bei der
aus vorhandenen Texten, wie Zeitungen oder Buchseiten,
neue Gedichte entstehen. Indem du Wörter auswählst und die übrigen zum Beispiel mit einem schwarzen Marker schwärzt, formst du dein eigenes
Visuelles Gedicht. Diese Technik
fördert nicht nur die
Kreativität, sondern kann auch einen meditativen Effekt haben, da der Prozess des „Wortfindens“ ruhig und reflektierend ist. Alles, was du brauchst, sind ein alter Text und ein Marker – und schon kannst du loslegen.
Blackout Poetry, wie wir es heute kennen, wurde unter anderem von dem
amerikanischen Schriftsteller und Künstler
Austin Kleon populär gemacht. Tatsächlich war das keine Absicht, sondern eher ein Zufall. Denn Austin Kleon wollte gerade einen Blog starten und es fehlten ihm schlicht die Ideen. An seinem Schreibtisch lagen Zeitungen und Zeitschriften herum und er fing ganz intuitiv an, darauf herumzukritzeln. Daraus entstanden seine ersten
visuellen Gedichte. Er bearbeitete vorhandene Zeitungsartikel mit einem schwarzen Marker und formte daraus neue, eigene visuelle Gedichte. In 2010 veröffentlichte er dann sein erstes Buch
"Newspaper Blackout"**, das Blackout Poems aus verschiedenen Zeitungen enthält.
Die Idee, aus bestehenden Texten neue Inhalte zu erschaffen, hat jedoch tiefere Wurzeln in der Kunstgeschichte. Die sogenannte
Cut-Up-Collage-Technik, bei der Texte oder Wörter neu zusammengesetzt werden, wurde bereits in den 1920er Jahren verwendet. Die Cut-Up-Collage-Technik wurde im
Dadaismus folgendermaßen genutzt: Papierstücke aus verschiedenen Quellen wurden zu einem ganz neuen Werk zusammengesetzt und das oft auf eine Weise, die an und für sich keinen Sinn ergab. Gerne durfte dabei der Zufall entscheiden und ja, sie ließen damit die Kunst im Grunde sich selbst erschaffen. Ganz im Sinne der Zufälligkeit und des Zufalls – Dadaismus eben.
Blackout Poetry ist damit im Grunde eine
moderne Interpretation dieser künstlerischen Tradition.
Austin Kleon beschreibt Blackout Poetry als eine Form der
Appropriation Art – die Kunst, sich bestehendes Material anzueignen und etwas Neues daraus zu schaffen.
Du tust dich noch schwer mit dem Gedanken, das Werk eines anderen Künstlers mit dem schwarzen Stift zu Leibe zu rücken?
Glaube mir,
damit bist du nicht allein. In meinen Schreibkursen hatte ich auch schon Teilnehmer:innen, die sich damit erstmal nicht so wohl fühlten. Versuche es so zu sehen, wie Austin Kleon:
Du zerstörst nichts, sondern erschaffst neue Kunstwerke. Probiere es einfach mal aus! Mit großer Wahrscheinlichkeit findest du ganz schnell Gefallen daran. Für den Einstieg kannst du es ja einfach mal so machen, wie ich. Nimm dir zum Beispiel
einen alten Briefumschlag mit Werbung darauf und gestalte daraus ein erstes Visuelles Gedicht. Das geht im Grund mit allem, worauf du geschriebene Worte findest. Zum Beispiel auch
Tageszeitungen,
Zigarettenschachteln oder
Getränkedosen.
Visuelle Poesie ist eine kreative und einfache Methode, die heute weltweit von vielen Schreibbegeisterten, Künstler:innen und Lehrpersonen verwendet wird.
Einfach mal machen, könnte ja gut werden!
Es folgt nun eine kleine Blackout Poetry Anleitung. Weiterlesen und inspirieren lassen.
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